Mifepriston | Gyn-Depesche 3/2019

Kein Rückgang der Uterusrupturen

Die Vorbehandlung mit Mifepriston beschleunigt den Ablauf eines Schwangerschaftsabbruchs und soll Nebenwirkungen verringern. Auf das Risiko einer Uterusruptur hat sie jedoch keinen Einfluss

Bis 2010 erfolgte die medikamentöse Abortinduktion im zweiten Trimenon in Italien ausschließlich durch Gemeprost. Die Vorbehandlung mit Mifepriston steht dort seit 2011 zur Verfügung. In einer Klinik in Neapel verglich man, wie sich dies auf die Rate der Uterusrupturen ausgewirkt hat. Analysiert wurden 1.061 Aborte mit Gemeprost alleine (1 mg vaginal, max. 5x alle 3 Std.) und 753 in Kombination mit Mifepriston (200 mg oral, 24 bis 72 Std. vor Gemeprost-Administration). 18,7 % der Patientinnen hatten vorher bereits mindestens einmal per Kaiserschnitt entbunden.
Insgesamt traten neun Uterusrupturen auf – in allen Fällen nach einer früheren Sectio. Die Rate unterschied sich mit 0,47 % unter Gemeprost allein jedoch nicht signifikant von der Behandlung mit Mifepriston/ Gemeprost (0,53 %).
Das Risiko einer Uterusruptur nach Sectio war allerdings mit 2,6 % insgesamt relativ hoch. Verringern ließe es sich möglicherweise, wenn man statt Gemeprost Misoprostol off-label einsetzen würde, spekulierten die Autoren. Auch eine Dilatation mit Evakuation war mit einer geringeren Komplikationsrate als die medikamentöse Weheninduktion assoziiert. CW
Quelle: Morra I et al.: Incidence of uterine rupture in second trimester abortion with gemeprost alone compared to mifepristone ... Contraception 2019; 99(3): 152-4

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