HIV | Gyn-Depesche 2/2018

Kombinationstherapie lässt Fertilität steigen

Dank der antiretroviralen Kombinationstherapie (cART) hat sich der Gesundheitszustand HIV-infizierter Frauen in den letzten 20 Jahren erheblich verbessert. Das wirkt sich auch auf die Schwangerschaftsraten aus, wie eine US-amerikanische Langzeitstudie zeigt.

Seit 1994 sammelt die WIHS-Studie (Women’s Interagency HIV Study) Daten von HIV-positiven und Hochrisiko-HIV-negativen Frauen aus sechs US-amerikanischen Großstädten. Insgesamt traten in 18 Jahren 1356 Schwangerschaften bei 2414 Frauen ein. In dieser Zeit stieg die Lebendgeburtenrate pro 100 Personenjahre von 2,85 (1994 bis 1997) auf 7,27 (2006 bis 2012). Bis 2001 lag der Anteil der erfolgreichen Schwangerschaften bei HIV-positiven Frauen signifikant unter dem HIV-negativer, seit 2002 jedoch ist er in beiden Gruppen etwa gleich hoch. Kaum verändert hat sich über die Jahre dagegen die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei HIV-Patientinnen (4,03 bis 4,29 pro 100 Personenjahre).
Als wichtige Einflussfaktoren auf die Lebendgeburtenrate HIV-positiver Frauen erwiesen sich die cART, die Viruslast und die terCD4+- Zellzahl. Auf die Abbruchraten wirkten sich diese Größen nicht aus. Offensichtlich, so schlossen daraus die Autoren, hängt bei einer ungeplanten Schwangerschaft die Entscheidung für oder wider das Kind also nicht vom Gesundheitszustand der Patientin ab. CW

Quelle:

Haddad LB et al.: Trends of and factors associated with live-birth and abortion rates among HIV-positive and HIV-negative women. Am J Obstet Gynecol 2017; 216: 71.e1-16

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