Vaginalflora unter Kontrazeptiva | Gyn-Depesche 2/2019

Kupfer-IUD begünstigt bakterielle Vaginose

Eine bakterielle Vaginose prädisponiert für sexuell übertragbare Infektionen. Verhütungsmittel können die bakterielle Vaginalflora und damit das Infektionsrisiko maßgeblich beeinflussen.

Dies zeigte eine in Zimbabwe durchgeführte Longitudinalstudie mit 266 gesunden, HIV-negativen Teilnehmerinnen (Alter 18 bis 35 Jahre). Diese wendeten sechs Monate lang eines von sechs Verhütungsmitteln an: ein Hormon-Depotpräparat (DMPA, Norethisteronenantat [Net-En], MPA/Ethinylestradiol [MPA/EE]), ein subdermales Hormonimplantat (Levonorgestrel [LNG], Etonogestrel [ENG]) oder die Kupferspirale. Die Anwendung hormoneller und intrauteriner Kontrazeptiva in den vorangegangen 30 Tagen stellte ein Ausschlusskriterium dar. Gleiches galt für die orale und vaginale Behandlung mit Antibiotika und Steroiden sowie für den Wechsel des Sexualpartners innerhalb der vergangenen drei Monate. Vor sowie nach Verhütungsbeginn wurden Vaginalabstriche entnommen.
Im Kollektiv der Spiralen-Anwenderinnen nahm die Prävalenz der bakteriellen Vaginose signifikant von 27 % auf 49 % nach sechs Monaten zu. Obwohl sich die Besiedelung mit protektiven Lactobacillus- Arten nicht wesentlich veränderte, nahm die Konzentration von Gardnerella vaginalis und Atopobium vaginae deutlich zu (siehe Abb. 1). Bei der Anwendung hormoneller Verhütungsmittel stellte man keine wesentliche Änderung in der Vaginalflora fest. Zukünftige Studien müssen klären, so die Autoren, ob östrogenhaltige Kontrazeptiva vor der bakteriellen Vaginose schützen und welche Effekte diesbezüglich die Levonorgestrel-Spirale hat. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei bei Frauen mit rezidivierender bakterieller Vaginose eine hormonelle Verhütungsmethode der Kupferspirale vorzuziehen. LO
 

 

Quelle:

Achilles SL et al.: Impact of contraceptive initiation on vaginal microbiota. Am J Obstet Gynecol 2018; 218(6): 622.e1-10

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