Das HRT-Dilemma

Gyn-Depesche 2/2004

Kurze HRT schützt nicht vor Osteoporose

Die Ergebnisse der WHI-Studie (Women's Health Initiative) haben gezeigt, dass eine Hormonersatztherapie (HRT) das Osteoporose-Risiko signifikant reduziert. Durch die Behandlung erhöht sich jedoch auch das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, Thrombose und invasiven Brustkrebs. Nach neuesten Empfehlungen sollte eine HRT ausschließlich zur Behandlung menopausaler Symptome für maximal vier Jahre verschrieben werden. Eine Studie untersuchte das Osteoporose-Risiko in Relation zu Beginn und Dauer der HRT.

Bei 170 852 postmenopausalen Frauen ohne diagnostizierte Osteoporose wurden die Knochendichte und das Einjahres-Frakturrisiko ermittelt. Nicht-HRT-Anwenderinnen (40,1%) hatten eine niedrigere Knochendichte (BMD) als Frauen, die noch zum Zeitpunkt der Untersuchung eine HRT durchführten (46,6%). Die Knochendichte korrelierte dabei positiv mit der Dauer der HRT. Bei Frauen, die während des Studienzeitraumes eine Hormonsubstitution durchführten, reduzierte sich das Einjahres-Risiko für Osteoporose-bedingte Frakturen im Vergleich zu Nicht-HRT-Anwenderinnen signifikant um bis zu 29%. Wurde die HRT fünf Jahre vor Studienbeginn beendet, so war die Knochendichte dieser Frauen, unabhängig von der Dauer der Einnahme, mit der Knochendichte von Frauen ohne HRT vergleichbar.

Quelle: Barrett-Connor, E: Recency and duration of postmenopausal hormone therapy: effects on bone mineral density and fracture risk in the national osteoporosis risk assessment (NORA) study, Zeitschrift: MENOPAUSE, Ausgabe 10 (2003), Seiten: 412-419
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