LUTS | Gyn-Depesche 4/2019

Langzeit-Antibiose bei steriler Pyurie

Die langfristige Antibiotikatherapie bei einer schmerzhaften Symptomatik des unteren Harntrakts (LUTS) wird durch einige Studien gestützt, entspricht aber nicht den geltenden Leitlinien. Unfreiwillig fand eine britische Arbeitsgruppe neue Belege für deren Wirksamkeit.
Als Reaktion auf einen Fall einer akuten Eosinophilie als Nebenwirkung einer 30- monatigen Nitrofurantoin-Therapie wurde in einer Londoner Klinik die langfristige Antibiotikabehandlung von 221 Patienten (210 Frauen, 11 Männer) mit chronischen schmerzhaften LUTS und mikroskopischer Pyurie auf Anweisung der Einrichtungsleitung gestoppt. In 90 % der Fälle verschlechterten sich daraufhin die Symptome. Nach Wiederaufnahme der Therapie sank der Symptom-Score im Schnitt auf das Niveau vor der Unterbrechung.
Diese Auswertung dieser unfreiwilligen Therapieunterbrechung stützt die Hypothese, dass eine langfristige Antibiose bei schmerzhaften LUTS auch ohne Bakteriennachweis effektiv ist. Einige wenige randomisiert- kontrollierte Studien sprechen ebenfalls dafür. Ausschlaggebend für die Initiation der Antibiotikatherapie ist nach dem Dafürhalten der Autoren der mikroskopische Nachweis einer Pyurie in unzentrifugierten Urinproben. Als Mittel der ersten Wahl empfehlen die Autoren Cefalexin, bei nicht zufriedenstellender Wirkung auch Trimethoprim oder Nitrofuratoin. CW
Quelle: Swamy S et al.: Cross-over data supporting long-term … Int Urogynecol J 2019; 30: 409-14

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