Interstitielle Schwangerschaft | Gyn-Depesche 4/2011

Lebensgefahr abwenden

Bei einer ektopen Schwangerschaft, die in dem Teil der Tube lokalisiert ist, der sich noch in der Muskelwand des Uterus befindet, droht eine lebensbedrohliche Ruptur. Frühes Erkennen ist daher von äußerster Wichtigkeit.

Solche Graviditäten machen nur 2 bis 4% der Tubenschwangerschaften aus. Die Mortalität liegt aber viel höher als bei anderen ektopen Schwangerschaften.

Zu einer frühen Diagnose können die hochauflösende transvaginale Sonographie und hochsensitive quantitative b-hCG-Assays beitragen. Dazu muss man allerdings rechtzeitig Verdacht schöpfen. Risikofaktoren sind Tubenschäden durch eine frühere ektope Schwangerschaft, vorangegangene ein- oder beidseitige Salpingektomie, Konzeption nach In-vitro-Fertilisation und Geschlechtskrankheiten in der Anamnese.

Rupturen finden meist vor der zwölften SSW statt. Häufigste klinische Zeichen sind Bauchschmerzen und vaginale Blutung im ersten Trimester. Sie sind aber nicht spezifisch. Mit transvaginalem Ultraschall werden solche Schwangerschaften oft bei asymptomatischen Frauen entdeckt. Allerdings ist manchmal die Abgrenzung zur angulären Schwangerschaft (im Uteruswinkel) schwierig. Zur Differenzialdiagnose kann MRI beitragen. Etliche Fälle von interstitieller Gravidität werden aber erst bei einer aus anderen Gründen durchgeführten Laparoskopie oder Laparotomie entdeckt. IA

Quelle: Moawad NS: Current diagnosis and treatment of interstitial pregnancy, Zeitschrift: AMERICAN JOURNAL OF OBSTETRICS AND GYNECOLOGY, Ausgabe 202 (2010), Seiten: 15-19

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