Ovarialkarzinom | Gyn-Depesche 3/2019

Lymphadenektomie verbessert nicht die Prognose

In der Regel wird bei Frauen mit einem ausgedehnten Ovarialkarzinom neben einer kompletten Resektion eine systematische pelvine und paraaortale Lymphadenektomie durchgeführt. Doch die Evidenz für ein solches Vorgehen ist sehr begrenzt.

Ob eine solche Erweiterung des operativen Eingriffs die Prognose tatsächlich verbessert, wurde nun in einer Studie mit 647 Patientinnen geprüft, die ein neu diagnostiziertes ausgedehntes Ovarialkarzinom ohne Lymphknotenbeteiligung aufwiesen. Der Primärtumor wurde makroskopisch komplett reseziert. Randomisiert wurde bei der Hälfte der Patientinnen zusätzlich eine Lymphadenektomie der pelvinen und paraaortalen – im Durchschnitt 57 – Lymphknoten durchgeführt.
Jedoch ergab sich daraus kein Überlebensvorteil. Patientinnen mit der Lymphadenektomie überlebten im Durchschnitt 65,5 Monate, ohne Lymphadenektomie 69,2 Monate (HR 1,06; p = 0,65). Das progressionsfreie Überleben betrug in beiden Gruppen 25,5 Monate.
Schwere postoperative Komplikationen waren in der Lymphadenektomie-Gruppe aber signifikant häufiger (12,4 vs. 6,5 %). Auch war die 60-Tage-Mortalität nach der Lymphadenektomie tendenziell höher (3,1 vs. 0,9 %). Bei Patientinnen mit ausgedehntem Ovarialkarzinom ohne eine Beteiligung der Lymphknoten sollte man sich folglich besser auf die komplette Resektion begrenzen. PS
Quelle: Harter P et al.: A randomized trial of lymphadenectomy in patients with ... N Engl J Med 2019; 380: 822-32

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