Kinderwunsch | Gyn-Depesche 6/2018

Männer können mehr beitragen

Die Schlafdauer Erwachsener hat in den USA in den letzten Jahren beträchtlich abgenommen. Bis zu 30% der Bürger schlafen weniger als sieben Stunden. Das wirkt sich ungünstig auf Körpergewicht, KHK-Risiko und Mortalität aus.
Epidemiologische Daten sprechen dafür, dass Schlafmangel bei Männern mit einer verminderten Spermienzahl einhergeht. Studien zufolge sind Schlafstörungen mit verminderter Spermienkonzentration und einem verringertem Anteil normaler Spermatozoen assoziiert.
In einer Online-Erhebung untersuchte man nun die Auswirkungen der Schlafdauer von Männern bei Paaren aus den USA und Kanada, die einen Kinderwunsch realisieren wollten. Dazu erfragte man die mittlere Schlafdauer der Männer und erfasste alle acht Wochen den Schwangerschaftsstatus, bis zu zwölf Monate lang oder bis zur Konzeption.
Die mittlere Wahrscheinlichkeit einer Konzeption in einem Menstruationszyklus (fecundity ratio) sank verglichen mit acht Stunden Nachtschlaf bei <6 h Schlaf um 38% und um 27% bei >9 h. Die Zusammenhänge waren bei Männern, die schon Kinder gezeugt hatten, besonders ausgeprägt.
Eine Anpassung einer zu kurzen oder zu langen Schlafdauer könnte aus Sicht des Autors daher eine einfache Alternative zu aufwändigen Fertiltätsuntersuchungen und -therapien darstellen. WE

Quelle: Wise LA et al.: Male sleep duration and fecundability in a North American preconception cohort study. Fertil Steril 2018; 109: 453-9
ICD-Codes: Z31.-

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