„Benigne“ Hysterektomie | Gyn-Depesche 6/2018

Manche Patientinnen sind unzufriedener

Nach einer Hysterektomie sind Frauen, die nicht wegen Beckenschmerzen operiert wurden, mit dem Verlauf in der Regel sehr zufrieden. Umstritten ist der Eingriff aber bei Behandlung von Beckenschmerzen, die mit oder ohne Endometriose auftreten.
In Schweden ging man anhand eines nationalen Registers der Frage nach, ob präoperative Beckenschmerzen die Einschätzung der Patientinnen über den Verlauf des Eingriffs und das Ergebnis beeinflussen. Hierfür wertete man die Daten von 28 776 Patientinnen aus.
Die Datananalyse ergab, dass ein Jahr nach OP die meisten Frauen, ob sie präoperativ Schmerzen hatten oder nicht, mit dem Verlauf zufrieden waren. Ihr klinischer Zustand hatte sich fast immer verbessert. Diejenigen mit Schmerzen und Endometriose beklagten allerdings vermehrt einen zu kurzen (!) stationären Aufenthalt, mehr ernste Komplikationen nach der Entlassung nach bis zu einem Jahr und drückten öfter Unzufriedenheit aus.
Beckenschmerzen per se schienen das Urteil der Patientinnen am stärksten zu beeinflussen, vor allem, wenn zusätzlich eine Endometriose-Diagnose vorlag. Wie Schmerzen empfunden werden, hängt allgemein stark von Emotionen, mentaler Einstellung und Trauma-Erfahrungen ab. Es ist bekannt, dass bei Frauen mit Endometriose Angststörungen, Depressionen und andere psychiatrische Erkrankungen vermehrt vorkommen.
Wie oft eine Endometriose auch die Indikation für die Hysterektomie war, ergab sich aus den Daten nicht. Eine Endometriose kann nur histologisch gesichert werden, aber nur 75% der Frauen mit positivem Befund haben entsprechende Beschwerden. WE

Quelle: Grundström H et al.: Impact of pelvic pain and endometriosis on patient-reported outcomes and experiences of benign hysterectomy ... J Womens Health (Larchmt) 2018; 27: 691-98

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