Ungünstige Entwicklung des Kindes | Gyn-Depesche 3/2019

Maternale Hypertonie ist ein Risiko

Hypertonie auf. Darunter leiden Herz und Nieren, im Falle einer Schwangerschaft aber auch der Fetus. Das gilt unter Umständen auch dann, wenn der Hochdruck behandelt wird.

Kardiovaskuläre Erkrankungen erhöhen die Müttersterblichkeit und beeinflussen das perinatale Outcome. Dazu wiederum tragen Abruptio placentae, Präeklampsie und Apoplexie bei. Hinter diesen Komplikationen stecken Hypertonie-bedingte Schäden von Herz und Nieren. Eine Arbeitsgruppe aus Texas hatte früher schon gezeigt, dass es bei Frauen mit Proteinurie oder linksventrikulärer Hypertrophie vermehrt zu Präeklampsie und Frühgeburten kommt. Dieselben Autoren gingen der Problematik nun in einer neuen Studie nach, in der sie für die Charakterisierung von kardialem Remodeling die aktuellen Kriterien der American Society of Echocardiography verwendeten, inklusive linksventrikulärem Masse- Index und relativer Wanddicke.
Eingeschlossen waren 314 Schwangere mit behandelter Hypertonie. Eine Echokardiographie war in der ersten Hälfte der Schwangerschaft (im Mittel SSW 17,9) vorgenommen worden. Ein abnormes kardiales Remodeling registrierte man bei 51 % der Teilnehmerinnen; damit korrelierte eine erhöhte Rate von Präeklampsie, Frühgeburten, kleinen Babys und neonataler Intensivtherapie (Differenzen signifikant).
Da die Herzechos in der Frühschwangerschaft erhoben worden waren, kann man davon ausgehen, dass ein hypertoniebedingtes pathologisches Remodeling schon vor der Gravidität bestanden hatte. Dass es sich bei den Fällen von exzentrischer linksventrikulärer Hypertrophie um eine physiologische Adaption an die Schwangerschaft handelte, ist weniger wahrscheinlich. Die Ejektionsfraktion ist davon in der Regel nicht tangiert, wohl aber die Prognose von Mutter und Kind.
Unbekannt ist, ob es bei den Frauen mit den vorbestehenden Herzanomalien in der Schwangerschaft zu einer weiteren Verschlechterung kommt und ob sie sich postpartal zurückbilden. Man weiß auch nicht, ob die aufgepfropfte Herzhypertrophie permanente Risiken nach sich zieht. Es bedarf also an weiteren Studien, um mit geeigneten Gegenmaßnahmen die perinatale Versorgung verbessern zu können. WE
 

 

Quelle:

Ambia AM et al.: Perinatal outcomes associated with abnormal cardiac remodeling ... Am J Obstet Gynecol 2018; 218: 519.e1-7

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

Ihr Zugang zu exklusiven Inhalten für Fachkreise

Login für Fachkreise

Neu registrieren

Passwort vergessen?