Blasensprung ab der 34. SSW | Gyn-Depesche 3/2019

Metaanalyse spricht für Abwarten

Die multinationale PPROMT-Studie in 2016 stellte die bis dahin breit akzeptierte Vorgehensweise infrage, bei einem vorzeitigen Blasensprung nach der 34. SSW und ausbleibenden Spontanwehen die Geburt spätestens nach 24 Stunden einzuleiten. Eine Metaanalyse ging der Sache noch einmal nach.

Insgesamt wurden die Daten von 2.563 Gebärenden mit Blasensprung zwischen SSW 34 und 36 ausgewertet, von welchen etwa die Hälfte auf eine sofortige Entbindung – vaginal oder per Sectio – oder auf ein Abwarten bis zur Spontangeburt randomisiert worden war. Mehr als drei Viertel aller Frauen hatten prophylaktisch Antibiotika erhalten.
Der primäre Endpunkt umfasste das Auftreten mindestens eines der folgenden Ereignisse: neonatale Sepsis, nekrotisierende Enterokolitis, Atemnotsyndrom, Totgeburt oder Neugeborenentod. Der primäre Endpunkt trat bei 9,6 % der Sofortentbindungen und bei 8,3 % der abwartend behandelten Frauen ein (relatives Risiko, RR 1,20). Eine Sepsis trat bei 2,6 % der sofort und bei 3,5 % der nach Abwarten entbundenen Babys ein (RR 0,74).
Sofort entbundene Babys hatten gegenüber später geborenen ein höheres Risiko für Atemnotsyndrom (RR 1,47), intensivmedizinische Behandlung (RR 1,17), längeren Stationsaufenthalt und Sectio-Entbindung (RR 1,26); dafür aber ein niedrigeres Risiko für antepartale Blutungen (RR 0,57) und Chorioamnionitis (RR 0,21). TH
Quelle:

Quist-Nelson J et al.: Immediate delivery compared with expectant ... Obstet Gynecol 2018; 131: 269-79

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