Restless Genital Syndrome | Gyn-Depesche 3/2010

Mit TENS die Empfindungen eindämmen

Unkontrollierte spontane Erregungen im Genitalbereich können für die betroffenen Frauen eine schwere Belastung sein. Jetzt scheint sich eine brauchbare Therapie-Option abzuzeichnen.

Das Restless Genital Syndrome beinhaltet Empfindungen seitens Klitoris, Vagina, Labien und der Region um die Vagina, wie Os pubis und Leisten, manchmal auch des Anus. Die betroffenen Frauen haben das Gefühl, kurz vor einem Orgasmus zu stehen. Um ihn zum Ende zu bringen, haben sie ein imperatives Bedürfnis auf Selbstbefriedigung oder Geschlechtsverkehr. Es ist aber kein echter Sexualdrang. – Verbunden damit können ein Restless-legs-Syndrom (RLS) und eine über­aktive Blase (OAB) sein.

In den Niederlanden versuchte man zwei Frauen mit dieser Störung mit transkutaner elektrischer Nervenstimulation (TENS) zu helfen. Konventionelle TENS wurden beidseits auf die Pudendus-Dermatome appliziert, bei deren Sti­mulation die RGS-Symp­tome sofort nachließen.

Bei einer 56-jährigen Patientin mit RGS, RLS und OAB gingen die Beschwerden unter TENS, auf die Sakralregion appliziert, zurück, ähnlich bei einer 61-jährigen, die über dem Os pubis stimuliert wurde.

Diese Behandlungsmethode bei RGS sollte weiter evaluiert werden. Auch das Syndrom selbst muss noch gründlich erforscht werden. Nach jetzigem Erkenntnisstand werden die lästigen Empfindungen von Nervenfasern der Typen Aδ und C vermittelt und von Aβ-Fasern gehemmt. WE


Quelle: Waldinger MD: Successful Transcutaneous Electrical Nerve Stimulation in Two Women with Restless Genital Syndrome: The Role of Adelta- and C-Nerve Fibers, Zeitschrift: The journal of sexual medicine, Ausgabe Oct 13 (2009), Seiten: Epub ahead of Print

Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.