Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 4/2019

Mit Trick zu höheren Erfolgsraten?

Bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) kann man heute mit einer Quote von 25 bis 30 % Lebendgeburten pro Zyklus rechnen – weniger als gewünscht. Experten haben postuliert, dass man zu mehr Implantationen kommt, wenn man das Endometrium durch eine kleine Wunde präpariert.
Ein „Kratzer“ (scratch) sollte durch die Entnahme einer Biopsie aus dem Endometrium mit Hilfe eines dazu gebräuchlichen Instruments (Pipelle) erzeugt werden.
In einer Multicenterstudie wurden 1.364 Frauen rekrutiert, die sich einer IVF mit Transfer von frischen oder tiefgefrorenen Embryos unterzogen. Bei ihnen wurde im Verhältnis 1:1 an Tag 3 des Zyklus, der der Übertragung vorausging, eine Pipelle-Biopsie oder keine solche Intervention vorgenommen. Beim primären Beurteilungskriterium, der Zahl der Lebendgeburten, ergab sich kein signifikanter Unterschied zwischen den beiden Gruppen (jeweils 26,1 %). Auch in Subgruppen festgestellt, wie etwa bei Frauen, bei denen ein Implantationsversuch schon mehr als zweimal fehlgeschlagen war, konnte kein positiver Effekt des „Kratzens“ festgestellt werden.
Eine Pipelle-Biopsie erhöht die Erfolgsrate bei IVF also nicht. WE
Quelle: Lensen S et al.: A randomized trial of endometrial scratching … N Engl J Med 2019; 380: 325-34

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