Phytoöstrogene

Gyn-Depesche 2/2021

Nicht nur hilfreich in der Menopause

Die Östrogenersatztherapie wird zur Behandlung verschiedener Krankheiten wie Knochenerkrankungen, Brustkrebs, Herzerkrankungen, Hitzewallungen oder Wechseljahresbeschwerden eingesetzt, aber auch bei Autoimmunerkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis (RA). Gut ein Drittel der Frauen bricht aber nach einer gewissen Zeit ab. Alternative könnten Phytoöstrogene (PÖ) sein.
Die Autor:innen bewerteten den potenziellen Nutzen von PÖ und überprüften deren Wirkmechanismen bei der Therapie der rheumatoiden Arthritis (RA). Grundsätzlich halten sie PÖ aufgrund ihrer strukturellen und funktionellen Ähnlichkeit mit menschlichem Östrogen für vielversprechend; PÖ hätten entzündungshemmende, antioxidative, antiproliferative, antiangiogenetische, immunmodulatorische und gelenkschützende Eigenschaften, aber ohne die schädlichen Nebenwirkungen von synthetischen Mitteln. Es gebe viele wissenschaftliche Belege dafür, dass PÖ, einschließlich Flavonoiden, Alkaloiden und Stilbenoiden aus verschiedenen Pflanzenarten, bei diversen Erkrankungen positiv wirkten. Hierfür kämen verschiedene zelluläre Mechanismen in Betracht: die Unterdrückung entzündungsfördernder Zytokine, insbesondere von dem Tumornekrosefaktor (TNF-α), Interleukin (IL-6) und Nuclear Factor kappa B (NF-kB) und von destruktiven Metalloproteinasen. Weitere Mechanismen seien die Hemmung von oxidativem Stress und die Unterdrückung entzündlicher Signalwege, die die Osteoklastogenese abschwächten. Im Review wird die Evidenz analysiert und u. a. gezeigt, wie Phytoöstrogene bei der Regression von RA hilfreich sein können, wobei bei möglichen Nebenwirkungen noch Forschungsbedarf besteht. GFI
Quelle: Chakraborty D et al. : A mechanistic insight of phytoestrogens used for Rheumatoid Arthritis: An evidence-based review. Biomed Pharmacother 2020; 133: 111039; doi: 10.1016/j.biopha.2020.111039.
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