Vulvovaginale Candidosen | Gyn-Depesche 6/2018

Noch ist Fluconazol meistens effektiv

In Äthiopien untersuchte man, welches die häufigsten Erreger von Vaginalmykosen sind und wie diese auf verschiedene Antimykotika ansprechen.
In einer Klinik in Addis Abeba wurden vaginale Abstriche von 210 Frauen mit entsprechenden Symptomen wie Ausfluss und Juckreiz mikrobiologisch untersucht. Bei 41,4% fand sich eine vulvovaginale Candidose. Risikofaktoren hierfür waren frühere genitale Infektionen und eine höhere Zahl männlicher Sexualpartner. Haupterreger war mit einem Anteil von 58,6% Candida albicans. Candida krusei wurde bei 17,2% isoliert, Candida dubliniensis bei 9,2%. Sieben weitere Candida-Spezies ließen sich nur vereinzelt nachweisen.
Die getesteten Antimykotika Voriconazol, Caspofungin und Micafungin erwiesen sich bei allen Candida-Isolaten als wirksam. Bei 17,2% fand man allerdings Resistenzen gegen Fluconazol, bei 5,7% gegen Flycytosin. Gravierend war dies insbesondere bei Infektionen mit C. krusei, die gegen Fluconazol zu 100% und gegen Flycytosin zu 33,3% resistent waren. Bei C. albicans lag die Resistenzrate gegen die beiden Substanzen nur bei jeweils 2%.
Die Studie bestätigt den wachsenden Anteil von nicht-albicans Candida-Spezies an Vaginalmykosen. Durch den weitverbreiteten Einsatz von Fluconazol könnten Infektionen mit resistenten Stämmen von C. krusei noch weiter zunehmen, fürchten die Studienautoren. CW

Quelle: Bitew A et al.: Vulvovaginal candidiasis: species distribution of Candida and their antifungal susceptibility pattern. BMC Womens Health 2018; 18(1): 94
ICD-Codes: B37.3

Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.