Die Wissenschaftler:innen gingen der Fragenach, inwiefern die Entscheidung für oder gegen den Ovarerhalt bei Endometriose-Hysterektomien die Art und Häufigkeit weiterer operativer Eingriffe, die spätere Inanspruchnahme von Schmerzbehandlungen sowie die Verschreibung von Hormonen – zur Endometriosesuppression bzw. als Ersatztherapie bei chirurgischer Menopause – beeinflusst. Hierzu werteten sie die Daten von 4.489 Frauen aus, die sich zwischen 2001 und 2016 im Alter zwischen 19 und 50 Jahren in der kanadischen Provinz British Columbia aufgrund einer Endometriose einer Hysterektomie unterzogen hatten. Bei 808 dieser Frauen (18 %) war zusätzlich eine unilaterale und bei 1.346 (30 %) eine bilaterale Ovarektomie erfolgt.
Am Ende der im Median zehn Jahre dauernden Nachbeobachtungszeit waren nahezu 90 % aller Patientinnen nicht noch einmal operiert worden. Die bilateral ovarektomierten Frauen hatten sich allerdings im Vergleich zu den ovarerhaltend hysterektomierten Frauen signifikant seltener einem Folgeeingriff, beispielsweise einer Adhäsiolyse, unterzogen (5,3 vs. 13 %; adjustierte Hazard Ratio 0,42; 95%-KI: 0,32–0,55).
Nach einseitigem Ovarerhalt betrug die Reoperationsrate 12,2 %.
Weiterhin prüften die Forschenden, wie viele Frauen innerhalb von drei bis zwölf Monaten bzw. innerhalb von einem bis fünf Jahren nach dem Eingriff aufgrund der Endometriose bzw. aufgrund von Beckenschmerzen ärztliche Hilfe in Anspruch genommen hatten. Diesbezüglich unterschieden sich die drei Behandlungsgruppen kaum. Gleiches galt für die Opiatverschreibung. Eine hormonelle Endometriosesuppression erhielten nur wenige Patientinnen.
Rund 40 % der bilateral ovarektomierten Studienpatientinnen nahmen innerhalb von fünf Jahren nach dem Eingriff keine Hormonersatztherapie in Anspruch, berichten die Forschenden abschließend. Dies halten sie angesichts der mit der prämaturen chirurgischen Menopause verbundenen gesundheitlichen Risiken für bedenklich.