| Gyn-Depesche 1/2011

Ovarialkarzinom: erst Chemo, dann Chirurgie?

Meist werden Ovarialkarzinome erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Die primäre Resektion von möglichst viel Tumorgewebe (Debulking), gefolgt von Chemotherapie, gilt als Vorgehen der Wahl.

Eine Alternative könnte die Kombination einer primären (neoadjuvanten) Chemotherapie mit Debulking-Chirurgie „im Intervall“ sein. Eine multinationale europäische Arbeitsgruppe prüfte diese Variante anhand von 632 Frauen mit fortgeschrittenem epithelialem Ovarialkarzinom, Tubenkarzinom oder primärem Peritonealkarzinom (pri­märe OP, gefolgt von Platin-basierter Chemotherapie, oder erst Platin-Chemo, dann Resektion).

Bei neoadjuvanter Chemo sah man eine Tendenz zu weniger Nebenwirkungen und geringerer Mortalität. Die Hypothese, dass sie nicht schlechter abschneidet als das konventionelle Vorgehen, wurde bestätigt. Die Option kann für Patientinnen mit nachgewiesenem Stadium IIIC oder IV gewählt werden. Entscheidungsgründe können Begleitkrankheiten, Alter etc. sein. Für Frauen in Stadium IIIB oder niedriger bleibt die primäre Resektion aber weiterhin Methode der Wahl. WE

Quelle: Vergote I: Neoadjuvant chemotherapy or primary surgery in stage IIIC or IV ovarian cancer, Zeitschrift: NEW ENGLAND JOURNAL OF MEDICINE, Ausgabe 363 (2010), Seiten: 943-953

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