CAVE

Gyn-Depesche 3/2021

Parodontitis stört die Fertilität

Die Parodontitis, eine chronische bakterielle Entzündung des Zahnhalteapparats, zählt mittlerweile zu den Volkskrankheiten. Die inflammatorischen Veränderungen führen langfristig aber nicht nur zum Zahnverlust, sondern sie wirken sich möglicherweise auch negativ auf die Fertilität aus.
Zu diesem Schluss kamen US-Forscher:innen aufgrund einer prospektiven Kohortenstudie. Das Team aus Boston befragte dabei 2.764 Frauen mit Kinderwunsch, die seit höchstens sechs Zyklen versucht hatten, schwanger zu werden, aber keine Fertilitätsbehandlungen in Anspruch genommen hatten, zu ihrer oralen Gesundheit. Anschließend erfassten sie in regelmäßigen Abständen, wie viele Frauen konzipierten. 265 der befragten Frauen (10 %) hatten in der Vergangenheit eine Parodontitisdiagnose und 299 (11 %) eine Parodontitistherapie erhalten. 83 (3 %) hatten bereits die Lockerung eines bleibenden Zahns erlebt. Laut den Berechnungen der Forscher:innen beeinträchtigten inflammatorische orale Vorbelastungen die durchschnittliche Wahrscheinlichkeit einer Konzeption pro Zyklus: Bei einer ärztlichen Parodontitisdiagnose sank die Fruchtbarkeitsrate um 11 %, bei einer vorangegangenen Parodontitistherapie um 21 % und bei einer Zahnlockerung um 29 %. Statistische Signifikanz bestand allerdings nur bezüglich des Zusammenhangs mit der Parodontitistherapie.
Ob den Beobachtungen eine Kausalbeziehung zu Grunde liegt, müsse allerdings erst noch geprüft werden, so die Forscher:innen abschließend. LO
Quelle: Bond JC et al.: Self-reported periodontitis and fecundability in a population of pregnancy planners. Hum Reprod 2021; doi: 10.1093/humrep/deab058
ICD-Codes: K05.3
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