Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 1/2020

Patientinnen nicht unnötig oft einbestellen

Ein urogenitaler Deszensus (POP) kommt bei erwachsenen Frauen häufig vor. Oft wird als erste Therapie bei Patientinnen ein intravaginales Pessar verordnet. Dieses sollte im Verlauf regelmäßig gesäubert werden, wozu man Patientinnen in die Praxis einbestellen kann ... oder auch nicht.
In einer prospektiven Kohortenstudie wurden unterschiedliche Vorgehensweisen der Pessar-Reinigung verglichen. Alle Patientinnen hatten wegen eines POP Grad II oder höher ein Pessar verordnet bekommen und waren zuvor nicht operiert. Primärer Endpunkt war ein Unterschied von mindestens zwei Punkten in der VAS bzgl. Schmerzen, Ausfluss und Reizung jeweils eine Woche vor und nach der Reinigung.
Nach einem Jahr führten 45,2 % der Pessar-Patientinnen die Reinigung im Selbstmanagement durch. Bei 93,1 % gab es keinen Unterschied zwischen dem Prä- und Post-Reinigungs-VASScore. Auch bei Verlängerung des Reinigungsintervalls von drei auf neun Monate, waren die VAS-Scores vergleichbar. Es machte also keinen Unterschied bzgl. der Pessar-Nebenwirkungen, ob regelmäßig vom Arzt oder generell in kürzeren Intervallen gereinigt wurde. Die Autoren empfehlen, symptomatische Patientinnen nicht häufiger als alle neun Monate in die Praxis einzubestellen, wenn diese kein Selbstmanagement durchführen können/wollen. CB
Quelle: Thys SD et al.: Effect of pessary cleaning and optimal time interval for follow-up: a prospective cohort study. Int Urogynecol J 2020; Epub Jan 6; DOI: 10.1007/ s00192-019-04200-8

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