Zirkadiane Marker | Gyn-Depesche 5/2019

PCOS beschreibt ein Krankheitsspektrum

Nach den Rotterdam-Kriterien liegt ein polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) dann vor, wenn mindestens zwei der folgenden drei Merkmale zutreffen: 1. Oligo- oder Anovulation, 2. Hyperandrogenämie und 3. polyzystische ovarielle Morphologie. Dabei scheint es sich bei PCOS jedoch vielmehr um ein Krankheitsspektrum zu handeln.
Zu diesem Schluss kam eine Arbeitsgruppe aus Singapur, die an einer Klinik Daten von 395 Frauen im Alter zwischen 21 und 45 Jahren analysierte. Die Patientinnen wurden im Rahmen einer morgendlichen Untersuchung an Zyklustag zwei bis fünf auf das Vorliegen eines PCOS gescreent.
38 % der untersuchten Frauen zeigten keinerlei phänotypische PCOS-Merkmale, bei 28 % traf eines, bei 21 % trafen zwei und bei 13 % alle drei Rotterdam-Kriterien zu. Die Zahl zutreffender Kriterien korrelierte negativ mit dem Alter der Patientinnen. So waren Frauen mit allen drei Merkmalen im Schnitt 5,6 Jahre jünger als jene ohne Hinweis auf PCOS (28,2 ± 3,8 vs. 33,8 ± 5,1 Jahre). Darüber hinaus stiegen sämtliche PCOS-charakteristische Parameter mit der Zahl vorliegender phänotypischer Merkmale an, inklusive androgene Hormonspiegel (mFG-Score, Testosteron, ADT und DHEAS), ovarielle Morphometrie (Follikelzahl und ovarielles Volumen) sowie eine verlängerte Zyklusdauer (≥ 35 Tage). OH
Quelle: Lim AJR et al.: Phenotypic spectrum of polycystic ovary syndrome and their relationship to the circadian biomarkers, melatonin and cortisol. Endrocrinol Diab Metab 2019; 2: e00047

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