Polyzystisches Ovarialsyndrom

Gyn-Depesche 1/2013

PCOS erhöht auch venöses Risiko

Seit längerem gibt es Hinweise, dass PCOS nicht nur die Anfälligkeit für Typ-2-Diabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen, sondern auch das Thromboem-bolie-Risiko erhöht.

Abrechnungsdaten aus den USA von über 12 Millionen Frauen zwischen 18 und 45 Jahren bestätigen dies. Bei 0,2% von ihnen bestand eine tiefe Venenthrombose oder/und eine Lungenembolie, bei 1,6% ein PCOS. Die Prävalenz venöser Thromboembolien (VTE) lag bei PCOS-Patientinnen fast doppelt so hoch wie bei Frauen ohne PCOS (0,37 versus 0,19%).

Unerwartet: Je jünger die PCOS-Patientinnen, desto höher war das Risiko einer VTE im Vergleich zu ohne PCOS. Zwischen 18 und 24 Jahren erhöhte das PCOS die Erkrankungswahrscheinlichkeit auf mehr als das Dreifache, zwischen 35 und 45 Jahren auf das Doppelte.

Ein weiteres überraschendes Ergebnis: Durch die Einnahme oraler Kontrazeptiva ergab sich für PCOS-Patientinnen ein protektiver Effekt. Die Autoren führen dies darauf zurück, dass die Östrogenkomponente der Pille die bei PCOS erhöhten LH-Spiegel und damit die ovarielle Androgenproduktion senkt. Zudem steigert sie die Bildung von SHBG (sex hormone binding globulin) und verringert dadurch die Menge an freiem Testosteron. Beides könnte dazu beitragen, dass die Sekretion von Plasminogen-Aktivator-Inhibitor (PAI-1) gebremst und damit die bei PCOS beeinträchtigte Fibrinolyse gesteigert wird. CW

Quelle: Okoroh EM et al.: Is polycystic ovary syndrome another risk factor for venous thromboembolism? United States, 2003-2008, Zeitschrift: AMERICAN JOURNAL OF OBSTETRICS AND GYNECOLOGY, Ausgabe 207 (2012), Seiten: 377.e1-8
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