Adjuvante doppelte Antikörperblockade | Gyn-Depesche

Pertuzumab jetzt auch bei frühem HER2-positivem Mammakarzinom

Im metastasierten Setting ist die zielgerichtete Therapie mit Pertuzumab kombiniert mit Trastuzumab und Docetaxel in der Erstlinie sowie mit Trastuzumab Emtansin in Zweitlinie fest etabliert. Seit Mai 2018 ist die doppelte Antikörperblockade mit Pertuzumab/Trastuzumab auch zur Behandlung des frühen HER2-positiven Mammakarzinom zugelassen.

Die Zulassungserweiterung basiert auf den Daten der Studie APHINITY, die Prof. Bahriya Aktas, Leipzig, auf einer Veranstaltung von Roche Pharma im Rahmen des diesjährigen Deutschen Senologiekongresses zusammenfasste. In die Studie eingeschlossen waren 4805 therapienaive Patientinnen mit frühem HER2-positivem, invasivem Mammakarzinom. Nach ihrer OP erhielten die Frauen zusätzlich zu ihrer Chemotherapie Trastuzumab (initial 8 mg/kg, dann dreiwöchentlich 6 mg/kg) kombiniert mit entweder Pertuzumab (initial 840 mg, dann dreiwöchentlich 420 mg) oder Plazebo.

„Von der doppelten Antikörperblockade profitierten vor allem Patientinnen mit hohem Rezidivrisiko“, so Aktas. Unter Pertuzumab plus Trastzumab war das Risiko für ein Rezidiv oder Tod nach medianem Follow-up von 45,5 Monaten gegenüber Trastuzumab als alleiniges Adjuvans bei nodal-positiven Patientinnen um 23% und bei Hormonrezeptor-negativen Patientinnen um 24% reduziert (invasiv-krankheitsfreies Überleben 92 vs. 90,2% bzw. 92,8 vs. 91,2%). Die zusätzliche Therapie mit Pertuzumab reduzierte insbesondere das Auftreten von Fernmetastasen (4,7 vs. 5,8%). Das Sicherheitsprofil entsprach dem früherer Studien.

Die positiven Daten bestätigen den hohen Stellenwert, den die doppelte Antikörperblockade bereits in der Therapie des fortgeschrittenen HER2-positiven Brustkrebs einnimmt, wie Dr. Marc Thill, Frankfurt am Main, betonte. So verlängerte die Ergänzung von Pertuzumab zu Trastuzumab und Docetaxel in Erstlinie das Überleben der Patientinnen in der CLEOPATRA-Studie um 15,7 Monate gegenüber Therapie mit nur Trastuzumab und Docetaxel (56,5 vs. 40,8 Monate). Für die Zweitlinientherapie mit Trastuzumab Emtansin zeigte die EMILIA-Studie einen Überlebensvorteil von 5,8 Monaten im Vergleich zu Capecitabin/Lapatinib (30,9 vs. 25,1 Monate). OH


Quelle:

Symposium:
„Die HER2-positive Patientin im Fokus: Wie kann die Behandlung noch optimiert werden?“, im Rahmen des 38. Deutschen Senologiekongress, Stuttgart, 14.6.18; Veranstalter: Roche Pharma
Pertuzumab: Perjeta®;
Trastuzumab: Herceptin®;
Trastuzumab Emtansin: Kadcyla®

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