Entwicklungsländer | Gyn-Depesche 4/2018

Pille schützt vor Anämie

Vor allem in Ländern mit geringem Einkommen ist die Eisenmangelanämie ein weitverbreitetes Gesundheitsproblem, das erheblich zur maternalen und fetalen Morbidität und Mortalität beiträgt. Orale Kontrazeptiva können dem entgegenwirken.

Wissenschaftler der WHO analysierten Gesundheitserhebungen aus den Jahren 2005 bis 2012 in zwölf Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, darunter Albanien, Indien und einige afrikanische Länder. Man verglich die Anämierate von Frauen, die seit mindestens sechs Monaten, einem Jahr oder zwei Jahren orale Kontrazeptiva einnahmen, mit derjenigen von Frauen, die nicht hormonell verhüteten. Schwangere waren ausgeschlossen. Insgesamt gingen die Daten von 201 720 Frauen in die Studie ein.
Bei 40,2% der Teilnehmerinnen lag der Hämoglobinwert unter 12 g/dl. Je länger Frauen die Pille nahmen, desto geringer war ihr Anämie-Risiko: Nach einem halben Jahr sank es um 32%, nach einem Jahr um 44% und nach zwei Jahren um 50%. Zurückzuführen ist der protektive Effekt in erster Linie vermutlich auf eine verringerte Menstruationsblutung. Ob die Pille auch in höherentwickelten Ländern den Eisenstatus verbessern kann, ist unklar. CW

Quelle:

Bellizzi M et al.: Effect of oral contraception on anemia ... Contraception 2018; 97: 236-42

ICD-Codes: Z30.-

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