Schwankende Hormone, schwankende Stimmung | Gyn-Depesche 2/2016

Postpartale Depression und PMS

Schwere Fälle des prämenstruellen Syndroms bezeichnet man als prämenstruelle Dysphorie (premenstrual dysphoric disorder, PMDD). Eine aktuelle Studie zeigt, dass PMDD im Zusammenhang mit postpartalen Depressionen steht.

An einem koreanischen Krankenhaus untersuchten Forscher 166 Frauen zehn bis 14 Tage nach ihrer Entbindung auf das Vorkommen postpartaler Depressionen (PPD). Zusätzlich wurden die Patientinnen gefragt, ob sie vor ihrer Schwangerschaft regelmäßig an den typischen Symptomen des prämnenstruellen Syndroms gelitten hatten, wie Brustspannen, Blähungen, Kopfschmerzen, periphere Ödeme, Reizbarkeit oder Stimmungsschwankungen (PMS-Diagnosekriterien des American College of Obstetricians and Gynecologists, ACOG).
Bei 23 Frauen wurden postpartale Depressionen festgestellt (Prävalenzrate 13,9%). Diese waren häufiger (ehemalige) Raucher, hatten öfter zurückliegende psychiatrische Probleme und waren mit ihrer Ehe häufiger unzufrieden als nicht depressive Frauen. Im Mittel hatten Patientinnen mit PPD einen EPDS-Score von 11,86 und einen BDI-Score von 19,00 (vs. 3,35 bzw. 5,69 Frauen ohne PPD). PMDD diagnostizierte man bei 9% bzw. 15 Frauen, davon acht aus der Gruppe mit postpartaler Depression. Damit lag die Prävalenz von PMDD bei Patientinnen mit PPD deutlich über jener von nicht depressiven Frauen (34,8 vs. 4,9%).
Auch andere Studien haben gezeigt, dass Frauen in Lebensphasen mit starken hormonellen Schwankungen eine höhere Anfälligkeit für Depressionen aufweisen. Vor allem perimenopausal und postpartal sollte man daher verstärkt auf psychische Symptome achten. OH

Quelle:

Lee Y-J et al.: Correlation between postpartum depression and premenstrual dysphoric disorder: Single center study. Obstet Gynecol Sci 2015; 58(5): 353-8

ICD-Codes: F53.0 N94.3

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