Beckenbodeninsuffizienz | Gyn-Depesche 2/2019

Protektive Wirkung der Sectio hält lange an

Dass der Entbindungsmodus einen Einfluss auf das spätere Risiko für Inkontinenz und Deszensus hat, ist bekannt. Aktuellen Daten zufolge hält der Effekt Jahrzehnte lang an.

In einer Klinik wertete man die Daten von von 1.528 Frauen aus, die dort mindestens ein Kind zur Welt gebracht hatten. Zu Studienbeginn lag die erste Entbindung fünf bis zehn Jahre zurück; das Follow-up betrug bis zu weitere neun Jahre.
778 der Frauen hatten ausschließlich per Sectio entbunden, 565 mindestens einmal spontan vaginal und 185 mindestens einmal vaginal-operativ. 72 % waren Multiparae.
Nach einer spontan vaginalen Geburt betrug die kumulative 15-Jahres-Inzidenz 34,3 % für eine Stressinkontinenz, 21,8 % für eine überaktive Blase (OAB), 30,6 % für eine Stuhlinkontinenz und 30,0 % für einen Deszensus der Beckenorgane. Im Vergleich dazu reduzierte sich in der Sectio-Gruppe das Risiko für Stressinkontinenz und OAB um jeweils etwa die Hälfte (adjustierte HR 0,46 bzw. 0,51) und für einen Deszensus sogar um fast drei Viertel (aHR 0,28).
Eine Zangen- oder Vakuumextraktion erhöhte die Wahrscheinlichkeit einer Stuhlinkontinenz um 75 % und die eines Deszensus um 88 % gegenüber der spontan vaginalen Geburt. CW
Quelle:

Blomquist JL et al.: Association of delivery mode with pelvic floor disorders after childbirth. JAMA 2018; 320: 2438-47

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