Weheninduktion

Gyn-Depesche 4/2021

Rechenmodell sagt Sectiorisiko vorher

Bei etwa jeder fünften Patientin führt eine Weheninduktion nicht zur gewünschten vaginalen Entbindung. Mit einem Rechenmodell lässt sich der Erfolg vorhersagen.
In den Universitätskliniken von Kairo und Bologna analysierte man den Geburtsverlauf bei 382 Primigravidae mit einer fetalen Schädellage in SSW 37 bis 42. Bei allen Teilnehmerinnen wurden vor der Weheninduktion der Bishop-Score sowie verschiedene Ultraschallparameter bestimmt. Bei 27 % der Teilnehmerinnen führte die Geburtseinleitung nicht wie erhofft zu einer vaginalen Entbindung.
Als unabhängige Vorhersagekriterien für den Erfolg der Induktion erwiesen sich in Regressionsanalysen das Alter der Mutter, die Zervixlänge, der AoP (Angle of Progression) und die Einstellung des Kindes. Den größten Einfluss zeigte die hintere Hinterhauptslage, die das Sectio-Risiko im Vergleich zur vorderen Hinterhauptslage fast auf das Sechsfache erhöhte.
Aus den Untersuchungsergebnissen von 243 Gebärenden entwickelten die Forschenden ein Rechenmodell zur Vorhersage eines intrapartalen Kaiserschnitts nach Weheninduktion. Anschließend validierten sie es in der verbleibenden Gruppe von 101 Frauen. In dieser Kohorte ergab sich eine hohe Trennschärfe des Modells mit einer Fläche unter der Kurve (AUC) von 0,88.
Mithilfe einer Computersoftware oder einer mobilen App, so die Hoffnung der Autoren, könnte man ihre Methode als objektive und reproduzierbare Entscheidungshilfe für eine Weheninduktion nutzen. CW
Quelle: Kamel RA et al.: Predicting cesarean delivery for failure to progress as an outcome of labor induction in term singleton pregnancy. Am J Obstet Gynecol 2021; 224: 609.e1-11
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