Endometriumpolypen: Wie wirksam sind die Polypektomie-Arten? | Gyn-Depesche 4/2020

Resektoskopie bietet Vorteile

Der Endometriumpolyp tritt bei Frauen sowohl im reproduktiven Alter als auch in der Postmenopause auf. In einer retrospektiven Studie wurde hierzu die Wirksamkeit verschiedener Methoden zur Polypektomie in den Wechseljahren betrachtet.
Endometriumpolypen definieren sich als Tumoren in der Gebärmutterhöhle, die eine fokale Hyperplasie darstellen und verschiedene Symptome verursachen. Abnormale Uterusblutungen (AUB) sind die häufigste davon. Hyperöstrogene Zustände können die Entstehung solcher Polypen begünstigen. Alter und die Einnahme von Tamoxifen gehören zu den beiden wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung, während hingegen Adipositas, Bluthochdruck und Diabetes mellitus als nicht signifikant befunden werden.
Endometriumpolypen können durch Ultraschall, Hysterokontrastsonographie, Hysterosalpingographie, Endometrium- Biopsie und Uteruskürettage diagnostiziert werden, aber die diagnostische Hysteroskopie gilt als Goldstandard mit der größten Sensitivität und Spezifität und bietet auch die Möglichkeit einer unmittelbaren Behandlung.
Zwischen 2006 und 2018 wurde eine retrospektive Studie an 424 Patientinnen durchgeführt, bei denen Polypen während der diagnostischen Hysteroskopie verifiziert und durch Resektoskopie oder Kürettage entfernt wurden. Die Proben wurden einer histologischen Untersuchung unterzogen. Die Wirksamkeit der Art der Resektion und des Wiederauftretens wurden ausgewertet. Das Durchschnittsalter der Patienten betrug 60,2 ± 9,3 Jahre. Bei 62,97 % wurden die Polypen durch Resektoskopie entfernt und in 37,03 % durch Kürettage. Die Malignität wurde in 4,24 % der Fälle bestätigt. Die histologische Überprüfung der Polypen betrug 79,4 % in der Resektoskopie-Gruppe und 69,04 % in der Kürettage-Gruppe. Der Unterschied zeigte sich als signifikant (p <0,01). Die Rezidivrate betrug 20,47 % nach Resektoskopie und 27,12 % nach Kürettage. Die Autoren schlussfolgern aus diesen Daten, dass die Hysteroskopie nach wie vor die beste Option und der Goldstandard unter den diagnostischen Verfahren bleibt, da bei Notwendigkeit auch eine zeitgleiche Behandlung erfolgen kann. In dieser Studie zeigte sich bei den beiden Polypektomie- Arten und den jeweiligen histologischen Befunden auch ein signifikanter Unterschied. Die Rezidivrate ist ebenfalls nach einer Resektoskopie niedriger. DM
Quelle: Molnár S et al.: Effectiveness of different methods for polypectomy in the menopause: A retrospective study. Climacteric 2020; 23(4): 325-9
ICD-Codes: N84.0

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