HER2-positives Mammakarzinom | Gyn-Depesche 5/2019

Ressourceneinsparung durch Biosimilar

Angesichts steigender Kosten in der Onkologie gewinnen Biosimilars immer mehr an Bedeutung. Beim HER2-positiven Mammakarzinom haben sich Trastuzumab-Biosimilars inzwischen als effektiv und sicher erwiesen.
Biosimilars werden in der Medizin seit einigen Jahren eingesetzt und finden auch in der Onkologie zunehmend Verwendung. Definitionsgemäß handelt es sich um Folgeprodukte gentechnisch hergestellter Biopharmazeutika, die unter genauer Kenntnis der molekularen und klinischen Eigenschaften des Referenzprodukts entwickelt werden. Der Einsatz von Biosimilars ermöglicht die Einsparung von Arzneimittelkosten, die gerade in der Onkologie mit ihren immer komplexer werdenden Therapien steil ansteigen. Auf diese Weise sollte es gelingen, mehr Patienten Zugang zu effektiven Biologicals zu verschaffen und so Überleben und Lebensqualität zu verbessern. Von besonderer Relevanz in puncto Ressourceneinsparung sind Biosimilars in großen Indikationen wie dem Mammakarzinom, von dem allein in der EU im letzten Jahr ca. 400.000 Frauen betroffen waren. Etwa jede Fünfte erkrankte an einem HER2-positiven Tumor, dessen Prognose durch Anti-HER2-Therapien dramatisch verbessert wurde. Der Ablauf des Patents für den Anti-HER2-Antikörper Trastuzumab Mitte 2015 stimulierte die Entwicklung von Trastuzumab-Biosimilars. Mit Ogivri® wurde Ende 2018 ein biosimilarer Anti-HER2-Antikörper auf Basis einer positiven Bioäquivalenzstudie zugelassen. Primärer Endpunkt der Studie an rund 500 Frauen mit metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs war die Gesamtansprechrate, die mit 69,6 % im Biosimilar-Arm und 64,0 % unter dem Originator vergleichbar ausfiel. Auch beim Sicherheitsprofil gab es keine Unterschiede. Zudem gab es im Studienverlauf keine Hinweise auf eine erhöhte Kardiotoxizität. KA
Quelle: Fachpressekonferenz: „Biosimilars – a game changer for breast cancer patients” im Rahmen des ESMO Breast Cancer Congress 2019, Berlin, 3. 5.2019

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