Qualitätsmonitoring | Gyn-Depesche 5/2018

„Robson“ reduziert Kaiserschnitte

Weltweit steigen die Sectioraten, vor allem in Ländern mit hohem und mittleren Einkommen, immer weiter an. Um unnötige Schnittentbindungen zu vermeiden, bietet sich die Robson-Klassifikation an (auch „10-Punkte-Klassifikation“).

Eine internationale Autorengruppe unter Leitung der WHO fand in medizinischen Datenbanken sechs Studien, in denen die Robson-Klassifikation in Qualitätssicherungszirkeln zur Reduktion der Sectioraten verwendet wurde. Fünf davon wurden in Ländern mit den weltweit höchsten Sectioraten durchgeführt: in Brasilien, Chile und Italien. Die sechste kam aus Schweden.
Die besten Ergebnisse erzielte man in Brasilien, wo der Anteil an Schnittentbindungen innerhalb von zehn Monaten von 34,6 auf 13,5% zurückging. Auch in vier anderen Studien zeigte sich eine Reduktion, in einer italienischen Kohorte lediglich eine Stagnation. Ein negativer Effekt auf die perinatale Komplikationsrate oder Apgar-Scores wurde in keiner Studie beobachtet. Die Robson-Klassifikation wird von der WHO und der FIGO (International Federation of Gynecology and Obstetrics) als Goldstandard empfohlen, um die Häufigkeit von Kaiserschnitten zu überwachen und zu vergleichen. Anhand einfacher geburtshilflicher Charakteristika wie Parität, Kindslage und Wehentätigkeit wird dabei jede Patientin in eine von zehn Gruppen eingeordnet. Wie der systematische Review zeigt, eignet sich das Bewertungsinstrument auch, um innerhalb von klinischen Qualitätssicherungsmaßnahmen die Sectioraten zu senken. Da die einbezogenen Studien allerdings alle von geringer methodologischer Qualität waren, halten die Autoren weitere Untersuchungen mit kontrollierten Vorher-Nachher-Vergleichen für notwendig. CW
Quelle:

Boatin AA et al.: Audit and feedback using the Robson classification to reduce caesarean section rates: a systematic review. BJOG 2018; 125: 36-42

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