Gesundheitsbezogene Lebensqualität | Gyn-Depesche 1/2019

Saisonale Depression durch Pille nicht verstärkt

Hormonelle Kontrazeptiva können Menstruationsbeschwerden bei jungen Mädchen effektiv lindern, ohne eine eventuelle depressive Symptomatik zu verschärfen. Das bestätigt eine schwedische Studie.

Beim Besuch einer Klinik für Jugendliche in Uppsala füllten 431 junge Mädchen zwischen 14 und 20 Jahren einen Fragebogen zu ihrer gesundheitsbezogenen Lebensqualität (SF-36) aus und machten Angaben zu ihrem Menstruationszyklus und assoziierten Beschwerden. 193 Mädchen erhielten ein hormonelles Kontrazeptivum – in den meisten Fällen die Pille – und wurden drei Monate später erneut befragt. Weder der Gesamtscore des SF-36 noch die Werte in den Domänen Vitalität und psychische Gesundheit veränderten sich signifikant.
Im Gesamtkollektiv war eine mögliche Depression aufgrund der erzielten Punktzahlen im Bereich Vitalität (≤ 40) bei 21 % der Teilnehmerinnen festgestellt worden, im Bereich psychische Gesundheit (≤ 48) bei 9 %. Besonders schlecht waren die Scores in den Frühlingsmonaten, besonders hoch von Juli bis Oktober, was für einen Zusammenhang mit der in Schweden weit verbreiteten Vitamin-D-Defizienz spricht. Hinweise aus anderen Studien, dass kombinierte orale Kontrazeptiva eine bereits vorhandene depressive Symptomatik bei Jugendlichen verstärken könnte, wurden hier somit nicht bestätigt. CW
Quelle:

Kristjánsdóttir J et al.: Health-related quality of life in young women starting hormonal ... Eur J Contracept Reproductive Health Care 2018; 23: 171-8

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