Temperamentvoller Nachwuchs? | Gyn-Depesche 1/2020

Schuld könnte Oxytocin sein!

Welchen Einfluss hat das Erbgut auf die Persönlichkeitsentwicklung? Und wieviel kann die Erziehung ändern?
Vor Kurzem hatte eine Studie an Wühlmäusen gezeigt, dass die Wirkung des Hormons Oxytocin unter anderem von der Qualität der mütterlichen Betreuung abhängt. Nun bestimmten Forscher den Methylierungsgrad des Oxytocin- Rezeptorgens bei 101 Säuglingen im Alter von fünf Monaten. Die Qualität der mütterlichen Betreuung beurteilte man in einer fünfminütigen Freispielphase. Ergebnis: Umso mehr Engagement die Mütter im Umgang mit ihrem Nachwuchs zeigten, umso niedriger war der Methylierungsgrad des Oxytocin- Rezeptorgens bei den Kindern und die Aktivität des Hormonrezeptors höher wahrscheinlich. Auch scheint das Oxytocin- System eine Rolle in der frühkindlichen Persönlichkeitsentwicklung zu spielen. In einer Folgeuntersuchung der Kinder knapp ein Jahr später fand man Hinweise darauf, dass sich eine niedrige Oxytocin-Rezeptoraktivität negativ auf das Temperament auswirkt. So reagierten Kinder mit erhöhter Methylierung am Oxytocin-Rezeptorgen deutlich empfindlicher auf unangenehme Reize wie starke Gerüche, grelles Licht oder eng anliegende Kleidung. RG
Quelle: Krol KM et al.: Epigenetic dynamics in infancy and the impact of maternal engagement. Sci Adv 2019; 5(10): eaay0680

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