Vulvakarzinom | Gyn-Depesche 4/2019

Sonographie spürt inguinale Rezidive früher auf

Lokoregionäre Rezidive nach einem Plattenepithelkarzinom der Vulva sind häufig fatal. Eine engmaschige Ultraschallkontrolle kann die frühe Detektion – und damit potenziell auch die Prognose der Patientinnen – verbessern.
An der Radboud Universität im niederländischen Nijmegen wurden in den Jahren 2006 bis 2014 insgesamt 76 Patientinnen mit einem unifokalen Plattenepithelkarzinom der Vulva (< 4 cm) registriert, bei denen die uni- oder bilaterale Sentinel-Lymphknotenbiopsie ohne Befund blieb. Die Nachsorgeuntersuchungen erfolgten während der ersten zwei Jahre in dreimonatigem Abstand und umfassten neben der klinischen Untersuchung mit Palpation der Leisten auch eine Sonographie. Danach verlängerte sich das Intervall auf halbjährliche Untersuchungen ohne Routine-Ultraschall.
Von 348 Nachsorge-Sonographien ergaben 29 (8 %) einen suspekten Befund. Die darauffolgende Feinnadelbiopsie offenbarte bei zwei Frauen ein isoliertes inguinales Rezidiv, von denen eines nicht tastbar war. Beide Fälle traten innerhalb von acht Monaten nach der Sentinel-Biopsie auf. Die betroffenen Patientinnen unterzogen sich einer bilateralen inguinofemoralen Lymphonodektomie mit adjuvanter Radiotherapie und überlebten das Follow-up von 120 bzw. 39 Monaten ohne Hinweise auf ein erneutes Rezidiv.
Obwohl der positive prädiktive Wert der Sonographie mit 6,8 % recht gering war (der negative betrug dagegen 100 %), halten die Autoren den Einsatz in der Nachsorge des nodalnegativen Vulvakarzinoms für gerechtfertigt. Denn: Für die einzelne Patientin biete sie die frühestmögliche Detektion inguinaler Metastasen und damit die beste Überlebenschance.
Die Zusatzkosten für die Diagnose eines asymptomatischen, nicht palpablen Rezidivs durch die vierteljährliche Routine-Ultraschalluntersuchung und nachfolgende Feinnadelbiopsie berechneten sie auf insgesamt rund 35.000 Euro oder 468 Euro pro Patientin. „Erkauft“ wurde im beschriebenen Fall damit aber ein krankheitsfreies Überleben von mindestens zehn Jahren.
Um die Kosteneffizienz zu verbessern und die unnötige Belastung der Patientinnen durch die hohe Falsch-Positiv-Rate zu verringern, sollte nach Ansicht der Autoren allerdings genauer definiert werden, durch welche Ultraschall-Kriterien – wie beispielsweise die Kortexdicke – inguinale Lymphknotenmetastasen am sichersten zu identifizieren sind. Auch ein personalisiertes, risikobasiertes Screening-Schema, das zum Beispiel den BMI berücksichtigt, könnte die Kosten senken. CW
Quelle: Pouwer AW et al.: The efficacy of ultrasound in the follow up after a negative sentinel lymph node in women with vulvar cancer: a prospective single-centre study. BJOG 2018; 125: 1461-8

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