Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 6/2019

Sphinkterschaden bei Entbindung vermeiden

Ob ein Kaiserschnitt vor Stuhlinkontinenz schützt, ist nach wie vor unklar. Eine Kohortenstudie aus Norwegen spricht dagegen.
Aus einer norwegischen Gesundheitsstudie gingen die Daten von 12.567 Frauen hervor, von denen Informationen zur analen Kontinenz vorlagen. Etwa 10 % waren Nulliparae, mehr als 80 % hatten mindestens eine vaginale Entbindung mit oder ohne geburtsbedingte Analsphinkterverletzung (obstetric anal sphincter injury, OASIS). Das mittlere Alter der Teilnehmerinnen betrug 49,9 Jahre.
Zwischen Nulliparae, Müttern mit vaginalen Geburten, aber ohne OASIS, und Frauen, die ausschließlich per Sectio entbunden hatten, fand sich kein signifikanter Unterschied in der Prävalenz einer analen Inkontinenz (16,8 %, 17,8 %, 15,8 %). Deutlich höher war sie mit 27,9 % jedoch bei einem Sphinkterschaden nach vaginalen Entbindungen. Am häufigsten litten die Frauen in dieser Gruppe an isolierter Flatusinkontinenz (20,3 %), bei 5,8 % trat diese in Kombination mit unfreiwilligem Stuhlabgang auf. Offensichtlich schützt ein Kaiserschnitt also nicht per se vor Stuhlinkontinenz. Entscheidendes Kriterium ist vielmehr die Unversehrtheit des Analsphinkters. CW
Quelle: Schei B et al.: Anal incontinence after vaginal ... Acta Obstet Gynecol Scand 2019; 98: 51-60

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