Dysmenorrhoe | Gyn-Depesche 6/2018

Spielt die Ernährung eine Rolle?

Die Mehrzahl junger Frauen klagt über Schmerzen während der Menstruation. Prostaglandine, die in den Uterus abgegeben werden, spielen dabei eine wichtige Rolle. Zur Linderung werden NSAR eingesetzt; auch die orale Kontrazeption ist ein Mittel dagegen.
Risikofaktoren für Menstruationsschmerzen sind Alter <30 Jahre, ein BMI <20 kg/m², eine frühe Menarche, abnorme Blutungen, lange Menstruationszyklen, Dysmenorrhoe in der Familienanamnese und Stress. Man nimmt an, dass viel Fisch, Obst und Ballaststoffe zu einer Minderung der Beschwerden beitragen.
Genaueres über den Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und den Menstruationsbeschwerden versuchten iranische Forscher in einer Fall-Kontroll-Studie herauszufinden. Hierfür erfassten sie das Ernährungsmuster von 46 Frauen mit mäßiggradigen bis schweren Menstruationsbeschwerden und 54 Teilnehmerinnen ohne Dysmenorrhoen. Die
Frauen folgten im Wesentlichen einer lakto-vegetarischen Ernährung oder einer durch Snacks dominierten Ernährungsweise oder einer mit gemischten Ingredienzien. Frauen, die viele Snack-Produkte aßen, hatten ein um den Faktor 4,23 bzw. 3,41 erhöhtes Risiko für schwere oder sehr schwere Dysmenorrhoe, verglichen mit geringerem Snack-Verzehr innerhalb dieses Ernährungsmusters. Mit den beiden anderen Ernährungskategorien wurden keine Assoziationen zu den Menstruationsbeschwerden hergestellt. Das galt auch für die lakto-vegetarische Gruppe, obwohl in einer anderen Arbeit ein lindernder Effekt einer fettarmen vegetarischen Ernährung registriert wurde. In der iranischen Studie war die lakto-vegetarische Kost allerdings fettreich, da sie Milchprodukte und Nüsse enthielt. WE

Quelle: Najafi N et al.: Major dietary patterns in relation to menstrual pain: a nested case control study. BMC Womens Health 2018; 18: 69
ICD-Codes: N94.6

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