COVID-19

Gyn-Depesche 4/2021

Sterberisiko auch vom Geschlecht abhängig

In Italien infizierten sich während der ersten COVID-19-Pandemiewelle etwas mehr jüngere Frauen als Männer mit SARS-CoV-2. Ab dem Alter von 60 Jahren waren dagegen Männer häufiger betroffen
Die Forscher gingen der Frage nach, inwiefern das Geschlecht das Infektionsrisiko und die Mortalität beeinflussen. Dazu werteten sie die Daten von knapp 264.000 Personen aus, die sich mit SARS-CoV-2 infiziert hatten. Das Ergebnis: In der Altersgruppe 20 bis 59 Jahre lag der Frauenanteil unter den infizierten Personen bei rund 52 %, in der Altersgruppe 60 bis 89 Jahre betrug er 48 %. Bezogen auf die Allgemeinbevölkerung war der Frauenanteil in der infizierten Kohorte in der Altersgruppe 20 bis 59 Jahre um 4 % höher, in der Altersgruppe ab 60 Jahre dagegen um 13 % niedriger. Rund 11 % der Infizierten verstarben. Die Sterberate nicht infizierter Personen in einem ähnlichen Zeitraum betrug dagegen nur 4 %, was einer COVID-19-bedingten Übersterblichkeit von 7 % entspricht. In der Altersgruppe 20 bis 59 Jahre hatten Frauen eine um 74 % niedrigere Sterberate als Männer, und in der Altersgruppe 60 bis 89 Jahre lag sie immerhin noch um 35 % niedriger als die der Männer.
Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen den reproduktiven Phasen bzw. den hierbei aktiven Hormonen und dem COVID-19-Infektions- und -Sterberisiko einer Frau, vermuten die Kollegen. LO
Quelle: Cagnacci A, Xholli A: Change in Covid-19 infection and mortality rates in postmenopausal women. Menopause 2021; 28(5): 573-75
ICD-Codes: U07.1
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