Metastasierendes Mammakarzinom

Gyn-Depesche 1/2013

Therapie-Targets kommen abhanden

Ein wichtiger Therapieansatz bei Mammakarzinom ist der am Rezeptor 2 des Human Epidermal Growth Factor = HER2 (dort agieren Trastuzumab und Lapatinib). Offenbar ist HER2-Positivität aber keine so konstante Eigenschaft wie gedacht.

Wenn eine Frau mit HER2-positivem primären Brustkrebs Metastasen bekommt, ging man normalerweise davon aus, dass auch diese HER2-positiv sind. Inzwischen weiß man aber, dass es Diskordanzen zwischen dem Rezeptorstatus von Primärtumor und Metastasen gibt.

In einer Kohortenstudie mit 182 Patientinnen mit HER2-positivem primärem Mammakarzinom, die auch Metastasen entwi-ckelt hatten und von denen Biopsieproben der Absiedlungen zur Verfügung standen, zeigte sich, dass 24% der Frauen HER2-negative Metastasen hatten. Die HER2-Diskordanz war siginifikant größer, wenn die Patientinnen Chemotherapie bekommen hatten; sie hing hingegen nicht von einer Trastuzumab-Gabe ab. Bei diskordantem Status war die Überlebenszeit signifikant kürzer als bei konkordantem.

Eine andere Arbeitsgruppe fand ebenfalls Diskordanzen in der Rezeptorausstattung zwischen primärem Brustkrebs und Metastasen, und zwar in 16% für den Östrogenrezeptor, in 40% für den Progesteronrezeptor und in 10% für HER2. – Beide Arbeitsgruppen empfehlen Biopsien von Metastasengewebe. WE

Quelle: Niikura N et al.: Loss of human epidermal growth factor receptor 2 (HER2) expression in metastatic sites of HER2-overexpressing primary breast tumors, Zeitschrift: JOURNAL OF CLINICAL ONCOLOGY, Ausgabe 6 (2012), Seiten: 593-599
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