Krebsvorstufen der Vulva | Gyn-Depesche 2/2019

Topische Therapien im Vergleich

Vulväre intraepitheliale Neoplasien (VIN) bergen nicht nur ein Krebsrisiko, sie gehen auch oft mit erheblichen Beschwerden einher. Die chirurgische Entfernung ist Standard, aber man sucht nach weniger invasiven Behandlungsmethoden.

Eine in 2014 publizierte Studie (RT3VIN) untersuchte die Verträglichkeit und Wirksamkeit zweier neuer topischer Medikamente, Cidofovir und Imiquimod. Ersteres ist ein Nukleosid-Analogon mit antiviraler Wirkung, letzteres ein Immunmodulator, der für die Therapie anogenitaler Papillome zugelassen ist. Eingeschlossen waren 180 Patientinnen mit VIN Grad 3. Nach einer 24-wöchigen Behandlungsphase registrierte man eine komplette histologische Response von je 46 % unter den beiden topischen Regimen.
Ein wichtiges Kriterium für die Wahl einer bestimmten Therapie bei VIN ist das Rezidivrisiko. Für die Studie RT3VIN war eine bis zu zweijährige Nachbeobachtungszeit der kompletten Responder vorgesehen. Über die Rezidivraten in diesem Zeitraum wurde jetzt berichtet. Das mediane Follow-up betrug 18,4 Monate. Nach 18 Monaten waren im Cidofovir-Arm mehr Frauen frei von VIN als im Imiquimod-Arm (94 vs. 76,1 %, siehe Abb. 1). Der Unterschied war jedoch knapp nicht signifikant.
 

 

 
Insgesamt zeichnet sich also ein Trend in Richtung eines länger anhaltenden Ansprechens unter Cidofovir gegenüber Imiquimod ab. Beide Medikamente waren gut verträglich; die Häufigkeit von Nebenwirkungen war unter beiden Regimen ähnlich niedrig.
Daten der RT3VIN-Studie sprechen dafür, dass die beiden geprüften Substanzen jeweils bei zwei unterschiedlichen Subgruppen (differenziert nach dem HPV-DNA-Level) optimal wirken. Man könnte diesen Biomarker nutzen, um die Therapie individueller einzusetzen. Eine andere Option zur Reduktion der Rezidivraten wäre die Kombination der beiden topischen Präparate. WE
Quelle:

Hurt CN et al.: Recurrence of vulval intraepithelial neoplasia following treatment with cidofovir or imiquimod: results from a multicentre, randomised, phase II trial (RT3VIN). BJOG 2018; 125: 1171-7

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