Frühes Zervixkarzinom | Gyn-Depesche 4/2018

Trachelektomie – Option für Schwangere

In Japan ist die Häufigkeit des Zervixkarzinoms, auch in der Schwangerschaft, stark angestiegen, seit man die Empfehlung zur HPV-Impfung zurückgezogen hat. Entsprechend oft stellt sich die Frage nach einer angemessenen Therapie.

Wie Experten aus Niigata erläutern, ist bei einem Zervixkarzinom im Stadium IA2 oder höher im ersten Trimester die Beendigung der Schwangerschaft und radikale Chirurgie Standard. Haben die betroffenen Frauen aber einen dringenden Kinderwunsch, muss man andere Optionen erwägen, wie Chemotherapie oder radikale Trachelektomie ( Entfernung von etwa 2/3 des Gebärmutterhalses mit rund der Hälfte des Parametriums). Allerdings gibt es zur abdominellen radikalen Trachelektomie (ART) keine Sicherheits- und Wirksamkeitsbelege. Die Japaner analysierten deshalb sechs Fälle von Schwangeren mit Zervixkarzinom Stadium IB1 und ART-DP (during pregnancy) und verglichen sie mit zehn Fällen von ART außerhalb der Gravidität und 22 mit radikaler Hysterektomie. Bei ART-DP wurde intraoperativ mehr Blut verloren, und es musste länger operiert werden, verglichen mit radikaler Hysterektomie. Man registrierte aber keine Unterschiede zwischen den drei Gruppen im progressionsfreien und Gesamt-Überleben. Nach ART-DP wurden auch keine Rezidive beobachtet.
Aus ihren Beobachtungen folgern die Autoren, dass die ART-DP in der 15. bis 17. SSW eine „tolerierbare“ Option für Frauen mit dringendem Kinderwunsch ist. Die Frauen sollten aber sorgfältig ausgewählt werden und der Eingriff sollte in einer damit erfahrenen Klinik durchgeführt werden. WE

Quelle:

Yoshihara K et al.: The safety and effectiveness of abdominal radical trachelectomy for early-stage cer-vical cancer during pregnancy. Int J Gynecol Cancer 2018; 28: 782-7

ICD-Codes: C53.9

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