Subfertilität beim Mann durch chlororganische Pestizide? | Gyn-Depesche 4/2005

Übergewicht und sitzende Tätigkeit sind nicht gut für die Zeugungsfähigkeit

Isländische Wissenschaftler untersuchten den Einfluss persistenter organischer Schadstoffe auf die Spermienqualität.

Bei 25 Männern mit schlechter Spermienqualität ohne andere Pathologien, 20 Männern mit normaler Spermienqualität und idiopathischer Subfertilität und 27 Männern mit normaler Spermienqualität, deren Frauen eine bekannte Fertilitätsstörung haben, wurden Blutplasma und Samenflüssigkeit auf polychlorierte Biphenyle und organische Chloride untersucht. In allen Plasmaproben wurden acht PCB-Derivate und die organischen Pestizide HCB (Hexachlorbenzol), beta-HCH (Hexachlorcyclohexan), Trans-Nonachlor und p-p'DDE (DDT-Metabolit) identifiziert. Die meisten im Plasma nachgewiesenen persistenten OrganochlorPestizide korrelierten positiv mit dem Alter der Patienten, HCB, beta-HCH und p-p'DDE sowie einige PCB-Derivate korrelierten zudem positiv mit dem BMI. Zwischen Alter und BMI bestand jedoch kein signifikanter Zusammenhang. Die Konzentration der chlororganischen Pestizide in der Samenflüssigkeit war proportional zur Konzentration im Blutplasma, jedoch um den Faktor 40 niedriger. In keiner der drei Gruppen korrelierte der Gehalt an chlorierten Kohlenwasserstoffen signifikant mit den Parametern der Spermienqualität. Patienten mit schlechter Spermienqualität waren dreimal häufiger übergewichtig als Männer mit normaler Spermienqualität. Ein erhöhter BMI wirkte sich auch bei Probanden mit normaler Spermienqualität negativ auf Konzentration und Gesamtzahl der Spermien aus. Sitzende Tätigkeit stellt einen Risikofaktor für Abnahme der Spermienkonzentration dar. (AK)

Quelle: Magnusdottir, EV: Persistent organochlorines, sedentary occupation, obesity and human male subfertility, Zeitschrift: HUMAN REPRODUCTION, Ausgabe 20 (2005), Seiten: 208-215

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