Mammographie-Screening | Gyn-Depesche 2/2020

Untersuchungstechnik nach Brustaugmentation

Brustimplantate können die Diagnostik bei der Mammographie erschweren. Ein Goldstandard zur Aufnahmetechnik ist bislang nicht definiert. Australische Autoren untersuchten die gängige Praxis in ihrem Land.
Die Mehrheit (91 bzw. 89 %) der Radiologen gab an, routinemäßig acht Aufnahmen anzufertigen. Die Bandbreite bewegte sich zwischen vier und 16 Bildern in 18 verschiedenen Projektionskombinationen. Etwa zwei Drittel der Befragten setzten die Eklund-Technik ein, bei der das Implantat nach hinten weggeschoben und das Brustgewebe nach vorne gezogen und komprimiert wird. Zuvor wurden in den meisten Fällen mediolateral-schräge und kraniokaudale Aufnahmen ohne Kompression angefertigt. Ob das Implantat subglandulär oder submuskulär lag, beeinflflusste die Aufnahmetechnik kaum. Besonders groß war die Variationsbreite in den Radiologiepraxen, in denen vor allem diagnostische Abklärungsmammographien durchgeführt wurden.
Die Studienautoren fordern standardisierte evidenzbasierte Protokolle zur Mammographie nach einer Brustaugmentation. Nur so könne man sicherstellen, dass Frauen unabhängig von der Screening-Einrichtung mit der geringstmöglichen Strahlendosis und der optimalen Darstellung des Drüsengewebes untersucht werden. CW
Quelle: O´Keefe JR et al.: Current practice in mammographic imaging of the augmented breast in Australia. J Med Radiat Sci 2020; doi: 10.1002/jmrs.374

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