Unklarer Pleuraerguss | Gyn-Depesche 2/2017

Uterusblutung führte auf die richtige Spur

Eine 52-jährige Patientin unterzog sich jährlich einer kernspintomographischen Untersuchung ihrer Mammae, da sie eine starke familiäre Belastung mit Brustkrebs aufwies. Nun war auf dem MRT zufällig ein rechtsseitiger Pleuraerguss aufgefallen. Zunächst fand man keine Ursache, aber als die Patientin plötzlich Uterusblutungen entwickelte, forschte man in Abdomen und Becken weiter und wurde fündig.

Die Standarddiagnostik bei Pleuraergüssen (u. a. EKG, Thorax- und Bein-CT) war unauffällig. Die Patientin litt weder unter Dyspnoe, noch unter Husten oder sonstigen Atemgeräuschen. Einige Zeit nach dem Zufallsbefund jedoch – man war diagnostisch noch nicht weitergekommen – entwickelten sich plötzlich uterine Blutungen. In der daraufhin durchgeführten Bildgebung des Abdomens und des Beckens sah man neben einer kleinen Ovarialzyste links eine große pelvine Raumforderung (11,5 x 8,5 x 7,8 cm). Man fand allerdings keine Zeichen einer Lymphadenopathie oder Metastasierung. Schlussendlich entschied man sich zur Hysterektomie und bilateralen Salpingo-Oophorektomie zur definitiven Diagnosesicherung. Die Patientin, selbst Ärztin, hatte zwischenzeitlich recherchiert und fand einen Zusammenhang zwischen der Raumforderung (histologisch als Ovarial-Fibrom bestätigt) und ihrem Pleuraerguss: Das Meigs-Syndrom (auch Demons-Meigs-Syndrom). Beim Meigs-Syndrom entwickelt sich, ausgehend von einer pelvinen (meist benignen) Raumforderung mit Aszites ein (meist rechtsseitiger) Pleuraerguss. 1 bis 2% aller Patientinnen mit Ovarialfibrom weisen ein Meigs-Syndrom auf. Typisch ist, dass sich der Pleuraerguss nach Resektion der ovariellen Raumforderung wieder zurückbildet. CB

Quelle:

Ray A et al.: Case 18-2016: a 52-year-old woman with pleural ... N Engl J Med 2016; 374: 2378-87

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