Neurologie | Gyn-Depesche 3/2020

Verändertes Proteom bei Migräne

Die Proteomik untersucht die Expression und Funktion von Proteinen sowie die pathophysiologischen Prozesse und hilft dabei, die Pathogenese von Krankheiten genauer zu definieren. Dadurch könnte ein besseres Verständnis der Migräne erlangt werden.
Das Ziel einer Pilotstudie war es, das Serumproteom von Frauen mit menstruationsbedingter Migräne (MMGruppe) und Migräne nach den Wechseljahren (PM-Gruppe) im Vergleich zu Frauen ohne Kopfschmerzen (C-Gruppe) zu analysieren, um differenziell exprimierte Proteine als potenzielle Biomarker für Menstruationsmigräne zu suchen und zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigten:
1. Der proteomische Ansatz konnte zwischen Migräne und Nicht-Kopfschmerz- Status unterscheiden. 2. Migräne-Frauen zeigten sowohl im fruchtbaren Alter als auch nach den Wechseljahren eine große Fülle an entzündlichen und regulatorischen Proteinen der Gefäßintegrität. 3. Die MM-Gruppe zeigte im Vergleich zur C-Gruppe eine starke Herunterregulierung von APOA1. Dieses reichlich vorhandene entzündliche Proteom könnte die Schwere der Menstruationsattacken und das schlechte Ansprechen auf akute Behandlungen erklären.
Fazit: Wie bei anderen neurologischen Erkrankungen weist das Serumproteom von Migränefrauen eine Fülle von Proteinen auf, die auf Zellschäden, oxidativen Stress und Entzündungen hinweisen. DM
Quelle: Bellei E et al.: Proteomic serum profile in menstrual-related and post menopause migraine. J Pharm Biomed Anal 2020; doi: https://doi.org/10.1016/j. jpba.2020.113165.
ICD-Codes: G43.9

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