Schwangerschaftsdiabetes

Gyn-Depesche 1/2015

Vitamin-D-Mangel entsteht in der Plazenta

Mehrere Studien belegen einen Zusammenhang zwischen Schwangerschaftsdiabetes und maternalem Vitamin-D-Mangel. Wie kann die Plazenta Schuld sein?

Bei 20 Frauen mit Gestationsdiabetes und 40 gesunden Schwangeren wurde unmittelbar vor der Entbindung der 25-Hydroxyvitamin-D-(25- OHD)-Serumspiegel gemessen. In Plazentaproben aus der Nachgeburt wurden die Genexpression und Produktion des Vitamin-D-Rezeptors (VDR) und der Enzyme CYP27B1 und CYP24A1 bestimmt.

Ein Vitamin-D-Mangel (25-OHD < 20 ng/ml) lag bei 27,5% der gesunden Schwangeren und bei 85% der Frauen mit Gestationsdiabetes vor. Nach Adjustierung ergab sich für Schwangere mit einem Vitamin-D-Mangel ein fast um das 50- fache erhöhtes Risiko für Gestationsdiabetes.

CYP24A1 wurde bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes signifikant stärker exprimiert und produziert als in der Plazenta gesunder Schwangerer. Das Enzym CYP24A1 wandelt 25-OHD und seine biologisch aktive Form in ein inaktives Abbauprodukt um. Entsprechend korrelierte der Serum-Vitamin-D-Spiegel negativ mit der RNA-Expression von CYP24A1. Eine ähnliche Assoziation von niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und erhöhter CYP24A1-Expression wurde auch bei Präeklampsie nachgewiesen. Offen bleibt jedoch, ob die beobachteten Phänomene die Ursache oder die Folge des Schwangerschaftsdiabetes sind – ebenso wie die Frage, ob eine ungenügende Vitamin-D-Substitution zu den niedrigen Serumspiegeln beigetragen hatte. CW

Quelle:

Cho GJ et al.: Vitamin D deficiency in gestational diabetes mellitus and the role of the placenta. Am J Obstet Gynecol 2013; 209: 560.e1-8

Das könnte Sie auch interessieren

Alle im Rahmen dieses Internet-Angebots veröffentlichten Artikel sind urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte, auch Übersetzungen und Zweitveröffentlichungen, vorbehalten. Jegliche Vervielfältigung, Verlinkung oder Weiterverbreitung in jedem Medium als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Verlags.

x