Praxis-Tipp | Gyn-Depesche 5/2019

Vorher über mögliche Blutungsveränderungen informieren

Die Kombination von Estradiolvalerat mit Dienogest soll die Zyklusstabilität in der oralen Kontrazeption verbessern. Wie es damit unter Real-Life-Bedingungen bestellt ist, untersuchten italienische Autoren.
In zwei Universitätskliniken in Pisa und Cagliari sammelte man retrospektiv die Daten von 354 Frauen, die eine Verhütung mit einem Vierphasen-Kombinationspräparat mit Estradiolvalerat (E2V, 1 bis 3 mg) und Dienogest (DNG, 2 bis 3 mg) begannen. Nach vier Jahren hatten 50,8 % die Pille wieder abgesetzt. Als häufigste Ursache (bei 15 %) dafür wurde ein inakzeptables Blutungsmuster genannt. Weitere Gründe waren Kopfschmerzen (4 %), Stimmungsschwankungen (3,7 %), Symptome von Hyperandrogenämie (3,1 %), Gewichtszunahme (2,5 %) und Brustspannen (2,0 %). In sechs Fällen wurde die Einnahme nach schwerwiegenden Nebenwirkungen gestoppt. Immerhin 65 % verhüteten aber nach einem Jahr noch mit demselben Präparat.
Die meisten Frauen, die die Pille aufgrund der mangelnden Blutungskontrolle absetzten, taten dies innerhalb des ersten halben Jahres. Und: Junge Mädchen gaben deutlich schneller auf als erwachsene Frauen. CW
Quelle: Fruzzetti F et al.: Contraception with estradiol valerate and dienogest: adherence to the method. Open Access J Contracept 2019; 10: 1-6

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