Hypothyreose | Gyn-Depesche 1/2020

Wann macht zusätzliches T3 Sinn?

Die Kombinationstherapie mit Levothyroxin (T4) und Liothyronin (T3) brachte in Studien widersprüchliche Ergebnisse.
Die an der University of California entwickelte „Thyrosim-App“ berechnet den Einfluss unterschiedlicher T4- und T3-Gaben auf die T4-, T3- und TSH-Spiegel von Patienten mit primärer Hypothyreose. Zwei US-amerikanische Wissenschaftler verglichen die simulierten Werte mit den Daten aus 13 Studien, in denen der Effekt einer Kombinationstherapie untersucht wurde. Die Restfunktion der Schilddrüse ermittelten sie ebenfalls anhand der App und den vorhandenen Labordaten. Sie fanden heraus, dass sich eine zusätzliche LT3-Gabe bei einer geringen Restfunktion am stärksten auf die Lebensqualität der Patienten auswirkte. Betrug die Restfunktion über 20 %, so war ein klinischer Effekt nur dann nachweisbar, wenn T3- Spiegel oberhalb des Normalbereichs erzielt wurden. Mit dem entwickelten Algorithmus ließ sich der Therapie-Erfolg in zwölf Studien korrekt vorhersagen. Die Autoren gehen deshalb davon aus, dass die inkonsistenten Studienergebnisse zur Kombinationstherapie in erster Linie auf der unterschiedlichen Schilddrüsenrestfunktion der Teilnehmer beruhen. Diese sollte daher stets erfasst werden. CW
Quelle: DiStefano J III, Jonklaas J: Predicting optimal combination LT4 + LT3 therapy for hypothyroidism based on residual thyroid function. Front Endocrinol 2019; doi: 10.3389/fendo.2019.00746
ICD-Codes: E03.9

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