Isoflavone, Vitamine und Co. | Gyn-Depesche 1/2019

Was hilft gegen Wechseljahresbeschwerden?

Angesichts der hohen Lebenserwartung verbringen Frauen heutzutage nahezu ein Drittel ihrer Lebenszeit in der Postmenopause. Die damit verbundenen Hormonveränderungen beeinträchtigen nicht nur das subjektive Wohlbefinden, sondern begünstigen die Abnahme der Knochendichte und erhöhen das kardiovaskuläre Risiko. Kann eine erhöhte Zufuhr von Isoflavonen, Kalzium, Vitamin D und Inulin dem entgegenwirken?

Mit dieser Fragestellung hat sich ein Team italienischer Wissenschaftler im Rahmen einer randomisiert-kontrollierten Studie beschäftigt. An der Untersuchung nahmen 50 postmenopausale Frauen im Alter zwischen 42 und 57 Jahren teil. Alle Probandinnen litten an klimakterischen Beschwerden, standen diesbezüglich jedoch nicht unter einer medikamentösen Therapie. Gemäß Randomisierung nahmen je die Hälfte der Studienteilnehmerinnen über einen Zeitraum von zwölf Monaten ein Kombinationspräparat aus Isoflavonen, Kalzium, Vitamin D und Inulin bzw. ein Placebo ein. Vor und nach der Behandlung erfassten die Forscher mit Hilfe von Fragebögen die Lebensqualität sowie die Sexualfunktion der Probandinnen. Ferner bestimmten sie ihre Knochendichte, erfassten verschiedene anthropometrische Parameter, analysierten mittels Bioimpedanz ihre Körperzusammensetzung und erstellten ein Lipidprofil.
Das Ergänzungspräparat zeigte Wirkung: Die mit der Kombination behandelten Frauen berichteten im Gegensatz zu den Kontrollen über eine signifikante Verbesserung der vasomotorischen Beschwerden sowie der Sexualfunktion. Ferner beobachteten die Forscher in dieser Gruppe einen signifikanten Anstieg des HDL-Cholesterins, nicht jedoch des LDL- und des Gesamtcholesterins sowie der Triglyceride. Im Kontrollkollektiv traten keine signifikanten Veränderungen des Lipidstatus ein, allerdings kam es bei diesen Frauen – nicht jedoch bei den mit dem Kombinationspräparat behandelten Frauen – zu einer signifikanten Zunahme des BMI sowie des Körperfettanteils. Die Knochendichte blieb im Verum-Arm stabil und nahm im Placebo-Arm signifikant ab.
Somit hat die Versorgung postmenopausaler Frauen mit Isoflavonen in Kombination mit Kalzium, Vitamin D und Inulin, gleich mehrere Vorteile, so das Fazit der Wissenschaftler. Die Substanzen können klimakterische Beschwerden effektiv lindern, die Lebensqualität und die Sexualfunktion verbessern, außerdem die Knochendichte erhöhen und sich günstig auf die Blutfette und die Körperzusammensetzung auswirken. Weitere Studien müssen diese vielversprechenden Ergebnisse bestätigen. LO

Quelle:

Vitale SG et al.: Isoflavones, calcium, vitamin D and inulin improve quality of life, sexual function, body composition and metabolic parameters in menopausal women: result from a prospective, randomized, placebo-controlled, parallel-group study. Prz Menopauzalny 2018; 17(1): 32-8

ICD-Codes: N95.9

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