Nabelpflege | Gyn-Depesche 2/2018

Wasser und Seife reichen aus

In Entwicklungsländern reduziert eine antiseptische Nabelbehandlung das Omphalitisrisiko und die Säuglingssterblichkeit erheblich. Unter den guten hygienischen Bedingungen in westlichen Industrienationen macht dies weniger Sinn.

In sechs universitären Entbindungskliniken in Frankreich wurde untersucht, ob die einfache Nabelpflege mit Wasser und Seife im Vergleich zur antiseptischen Behandlung zu einer höheren Omphalitisrate führt. Nach einer Cluster-Randomisierung praktizierte man jeweils vier Monate lang bei allen gesunden, termingerecht geborenen Kindern erst die eine und dann die andere Methode.
Bei 4221 Neugeborenen wurde der Nabel ein- bis dreimal täglich mit einem Antiseptikum (Benzylalkohol, Benzalkoniumchlorid, Chlorhexidin oder 70% Alkohol) gereinigt. In dieser Gruppe trat kein Fall von Omphalitis auf. Von den 3899 Kindern, bei deren Nabelpflege nur Wasser und eine nicht-antiseptische Seife zum Einsatz kam, entwickelte sich bei dreien eine Nabelentzündung. Die Rate von 0,07% in der Intention-to-treat- beziehungsweise 0,08% in der Per-protocol-Analyse blieb damit deutlich unter der zuvor festgelegten Grenze von 0,4% für die Nicht-Unterlegenheit der einfachen Nabelpflege. Auch hinsichtlich der Zufriedenheit der Eltern mit der jeweiligen Nabelpflegemethode, der Dauer bis zum Abfallen des Nabelschnurendes, der Zahl der antibiotischen Behandlungen oder Hospitalisierungen unterschieden sich die beiden Gruppen nicht signifikant.
Unter den guten hygienischen Bedingungen, die in westlichen Industrienationen gewöhnlich vorliegen, halten die Autoren deshalb die Nabelpflege mit Wasser und Seife bei gesunden Neugeborenen für völlig ausreichend. CW
Quelle:

Gras-Le Guen C et al.: Dry care versus antiseptics for umbilical ... Pediatrics 2017; 139: e20161857

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