Wiederholte Aborte | Gyn-Depesche 4/2018

Wenig Möglichkeiten für Prävention

US-amerikanische Forscher suchten nach demographischen und persönlichen Risikofaktoren, die mit wiederholten Schwangerschaftsabbrüchen assoziiert sind. Was sie fanden, lässt wenig Spielraum für Verbesserungen.

Man befragte 8380 Frauen mit zurückliegendem Schwangerschaftsabbruch. 45% gaben an, zuvor bereits eine oder mehrere Terminationen gehabt zu haben. Als wichtigster Risikofaktor hierfür erwies sich das Alter: Frauen über 30 Jahre hatten mehr als doppelt so häufig schon einmal einen Abort als 20- bis 24-Jährige. Die Wahrscheinlichkeit eines erneuten Abbruchs stieg außerdem mit der Zahl der Kinder. Kein signifikanter Zusammenhang ergab sich dagegen mit der Verwendung von Kontrazeptiva. Hatten Frauen innerhalb des vergangenen Jahres mehrere krisenhafte Ereignisse erlebt – etwa den Tod eines nahen Verwandten oder eine Scheidung – , erhöhte das die Wahrscheinlichkeit eines wiederholten Aborts um 43%. Die Ethnie spielte ebenfalls eine Rolle, wobei Afroamerikanerinnen und Latinas ein höheres Risiko aufwiesen. Ein höheres Bildungsniveau war mit einer geringeren Zahl von Abtreibungen assoziiert. Zudem schien der Zugang zu einer entsprechenden medizinischen Einrichtung einen induzierten Abort zu erleichtern.
All diese Faktoren sind jedoch kaum beeinflussbar. Daher lässt sich aus den Daten nicht ableiten, wie man wiederholte Aborte vermeiden könnte. CW
 

Quelle:

Jones R et al.: Which abortion patients have had a prior abortion? ... J Womens Health 2018; 27: 58-63

ICD-Codes: O06.9

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