Fertilitätserhalt | Gyn-Depesche 6/2019

Wie lässt sich bei Kindern die ovarielle Reserve bestimmen?

Ob und wann eine Kryokonservation von Ovargewebe bei einer potenziell gonadenschädigenden Therapie schon in der Kindheit Sinn macht, wurde in einer Metaanalyse untersucht.
Am häufigsten wurde in den 36 analysierten Studien zur ovariellen Reserve von Kindern und Jugendlichen das Serum- AMH (Anti-Müller-Hormon) als Biomarker verwendet. Geringe Mengen waren bereits zum Zeitpunkt der Geburt nachweisbar. Den gepoolten Daten zufolge kletterte der AMH-Spiegel im ersten Lebensjahr im Mittel auf 10,55 pmol/l (1,48 ng/ml). Im Verlauf der Kindheit stieg er auf 22,32 pmol/l (3,13 ng/ml), um mit Beginn der Pubertät dann wieder etwas abzusinken. Während der Adoleszenz betrug er im Mittel 31,84 pmol/l (4,46 ng/ml) mit einem Peak zwischen 16 und 25 Jahren. Die in einigen Studien ebenfalls herangezogene Antralfollikelzahl zeigte eine signifikante positive Korrelation mit dem AMH-Level. Auch das Serum-Inhibin stieg von der Kindheit bis zum frühen Erwachsenenalter auf im Mittel 53,86 pg/ml.
Die Ergebnisse belegen, dass bereits in der frühen Kindheit eine funktionelle ovarielle Reserve existiert, die bei entsprechendem Bedarf durch eine Kryokonservation erhalten werden könnte. CW
Quelle: Bhide P et al.: Biomarkers of ovarian reserve in childhood and adolescence ... Acta Obstet Gynecol Scand 2019; 98: 563-72

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