Kontrazeption

Gyn-Depesche 4/2002

Wie vorgehen bei geistig behinderten Frauen?

Die Frage der Verhütung ist bei der Betreuung geistig behinderter Frauen ein wichtiges Thema. Trotzdem ist wenig über die vorherrschende Praxis und die Kriterien für die Indikationsstellung bei diesen Patientinnen bekannt.

Eine belgische Studie rekrutierte über die staatlichen Versorgungseinrichtungen in Brüssel und Umgebung etwa 400 geistig behinderte Frauen im Alter zwischen 18 und 46 Jahren. In einem Fragebogen wurden die verwendeten Verhütungsmethoden ermittelt, sowie mögliche beeinflussende Faktoren. Demnach verwendeten 40,8% der Frauen keine Verhütungsmethode, 22,2% waren sterilisiert, 18,4% nahmen orale Kontrazeptiva, 17,6% erhielten Depot-Gestagene und 1% hatte eine Spirale. Den stärksten Einfluss auf die Entscheidung für eine Kontrazeption hatten die Art der Unterbringung (beispielsweise in Heimen oder privat), die Einstellung zu Sexualität und Verhütung sowie das Bestehen einer (evtl. auch früheren) Partnerschaft.

Quelle: Servais, L: Contraception of women with intellectual disability: prevalence and determinants, Zeitschrift: JOURNAL OF INTELLECTUAL DISABILITY RESEARCH, Ausgabe 46 (2002), Seiten: 108-119
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